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Gartenanlage am Benediktushof – West-Östliche Spiritualität

 

Im ehemaligen Benediktinerkloster verbinden sich christliche Spiritualität und Zen-Meditation. Dies spiegelt sich auch in den Außenanlagen. Kreuzförmig wurden die Anlagen rund um den ehemaligen Kreuzgang und der heutigen Meditationshalle (sog. ZENDO) angelegt. So folgen die Wasserläufe den kreuzförmigen Achsen. Am Benediktushof gibt es mehrere Gartenstile, die alle gemeinsam die Essenz der Stille ausdrücken und dadurch die Meditation unterstützen wollen. Zen-Garten, Kreuzgang, Garten der Stille – alle bestechen durch ihre schlichte Einfachheit, durch die Abwesenheit auffälliger Elemente. Sie haben etwas unergründliches, eine besondere Stimmung  und berühren im Herzen.

 

 

Labyrinth am Benediktushof - Geh den Weg nach Innen

 

Beim Rasenlabyrinth am Benediktushof handelt es sich um ein klassisches Knidos-Labyrinth mit 7 Umgängen. Das Symbol des Labyrinths gehört zu einen der ältesten der Menschheit. Labyrinthe haben eine lange Tradition und sollen uns helfen, unser volles Menschsein zu begreifen. Am 14. November 2004 wurde das Labyrinth im Garten des Benediktushofes feierlich durch den Gründer Willigis Jäger eingeweiht. Idee und Umsetzung erfolgte durch Ingenieur Erwin Reißmann, Beatrice Grimm sowie Kursteilnehmende.

 

Im Jahre 2004 entstanden und von Gästen mitgeformt

 

Symbol unseres Lebensweges

Labyrinthe sind keine Irrgärten. Sie haben einen einzigen, verschlungenen Weg, der auf möglichst langer Strecke vom Startpunkt zum Ziel führt. Das Labyrinth dient als Sinnbild des menschlichen Lebensweges mit seinen zahlreichen Richtungsänderungen. Wie der Weg durch das Labyrinth, führt auch unser Lebensweg durch viele Biegungen und Windungen, durch leidvolle und glückliche Zeiten, bis wir schließlich in die Mitte unseres Lebens gelangen. Man meint man ist am Ziel und wird immer wieder herausgeführt, wie im wirklichen Leben.

 

Das Labyrinth hat im Christentum eine lange Tradition.

 

Die Übung

Wer ins Labyrinth eintritt, sollte dies im Bewusstsein machen, einen heiligen zeitlosen Raum zu betreten. Das Labyrinth kann unterstützen, den Mensch in die Stille zu bringen. Das achtsame Laufen hilft, aus dem Denken zu kommen wie beim Meditieren. Alles verschwindet bis auf den Weg, den man geht. Das Labyrinth dient als Übung, bei jedem Schritt immer in seiner Mitte zu bleiben. Nicht die Mitte des Labyrinths ist das Ziel, sondern das Auffinden der eigenen Mitte, die immer da ist und in einem selbst liegt. Es lädt uns ein, uns ihm anzuvertrauen. Es führt uns in die Essenz unseres Lebens.

 

 

Zengarten am Benediktushof

 

Durch die Fertigstellung des japanisch inspirierten Gartens der Stille am Benediktushof wurde eine lang brachliegende Fläche des ehemaligen Klostergeländes erschlossen. Der Garten wurde am 21. Juni 2009 feierlich eröffnet. Der Gartengestalter Friedhelm Hellenkamp errichtete den Garten in mehreren Etappen. Erst den Rahmen, dann die Felsen und danach die Bepflanzung.

 

Vor dem Hintergrund der halb zerfallenen Klostermauer, der Hanglage und dem dunklen Waldsaum mit einzelnen großen Laubgehölzen war dieser Ort wie geschaffen für einen Meditationsgarten, der die umliegende Landschaft – wie geborgt – als einen wichtigen Teil seiner Gestaltung einbezieht.

Der hier verwendete Gartentypus hat seinen Ursprung in den Klostergärten des alten Japans. Er tauchte zum ersten Mal im 14. Jahrhundert auf, und seine Besonderheit ist, sowohl das Meer als auch Wasserfälle durch feinen Kies darzustellen. Diese revolutionäre Idee erreichte seinen  Höhepunkt in den hoch abstrakten Gestaltungen der Meditationsgärten von Ryoan-Ji und Daisen-In in Kyoto.

 

Zur Ruhe kommen beim Meditieren im japanischen Garten.

 

Der Garten am Benediktushof verwendet das gleiche Prinzip, das in Japan kare-san-sui  (Berg-Wasser-Landschaft) genannt wird. Er wurde geschaffen, um von ganz bestimmten Punkten die Szenerie des Gartens zu betrachten, um – wie beim Betrachten alter Tuschezeichnungen – in unserem Geist vollendet zu werden.

 

Kies symbolisiert den Flusslauf, der hier aus der Quelle entspringt.

 

In einem Zengarten geht man nicht spazieren, man betrachtet ihn. Die Hauptbestandteile wie Felsbrocken und Kieselsteine sind immer gleich. Nur das reduzierte Grün ändert sich im Verlauf der Jahreszeiten. Der japanische Zengarten soll die innere Schönheit darstellen, soll den Menschen helfen bei der Suche nach der Wahrheit, die unter allen Schichten zu finden ist.

 

Der Höhepunkt des Gartens ist ein Wasserfall, gesetzt mit mächtigen Steinen aus Muschelkalk, die um Würzburg herum abgebaut werden. Eine massive Steinplatte fungiert als Brücke und ist Teil der Wegführung durch den Garten. Der Flusslauf von der Quelle zum Meer, symbolisiert durch weißen Kies, durchströmt den Garten und endet am rückwärtigen Ausgang des Zendo.

 

lm Zusammenspiel mit dem Kreuzgang und der Kiesfläche vor dem Zendo sind abendländisch-christliche und fernöstliche Gestaltungen aus der Kultur der Stille harmonisch miteinander verbunden, gemeinsam verweisend auf die Essenz:

„Die Berge sind der erhabene Körper des Buddha und der Klang von fließendem Wasser sein vollendeter Vortrag“ (Dogen 1200 – 1253)

 

 

 

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