Leere Wolke - Zenlinie Willigis Jäger
Verzeichnis der Lehrenden
 

Lehrer-Schüler Beziehung Drucken

Der Begleiter auf dem Weg ist vergleichbar mit einem Bergführer, der einen begleitet, wenn man unerfahren ist und einen Berg ersteigen möchte. Es ist gut, auf dem spirituellen Weg ein erfahrenes Gegenüber zu haben. Wir Menschen machen uns leicht etwas vor. Dogen Zenji ist in dieser Hinsicht radikal. Er traut nur dem, der eine beglaubigte Nachfolge aufweisen kann. „Um die Lehre des Buddhas zu erhalten oder weiterzugeben, ist es deshalb notwendig, einen Lehrer zu haben, der das Siegel erhalten hat. Ein Gelehrter, der den buchstäblichen Sinn schätzt, ist als Meister nutzlos; er ist wie ein Blinder, der einen Blinden führt‟: (Shobogenzo)


In der Lehrer-Schüler-Beziehung müssen wir uns immer der Gefahr der Übertragung und Gegenübertragung bewusst bleiben. Hier können alte Beziehungsmuster wie Vater-Sohn und Mutter-Tochter-Beziehungen ungewollt reaktiviert werden. Auch affektive Bedürfnisse können auf die spirituelle Ebene verlagert werden. Die Beziehung zum Lehrer / zur Lehrerin kann zum Anklammern oder zur Abwehr werden, sie birgt für manche zu viel, für andere hingegen zu wenig Nähe.

Eine weitere Gefahr ist die Neigung zur Meister-Verehrung. Meister werden häufig auf ein Podest gestellt, idealisiert und alles, was sie sagen, wird widerspruchslos hingenommen. Das Eigentliche, was diese jedoch auszeichnet, ist die Erkenntnis, die ihnen durch das lange Üben und die damit verbundenen Erfahrungen erwachsen ist. Ein wirklicher Meister weckt im anderen Menschen nur das, was bereits da ist. Der Schüler soll zu dieser Ebene des Meisters Kontakt aufnehmen, bis beide tatsächlich eines Geistes werden. Um sich auf diesen Prozess einzulassen, bedarf es des Vertrauens auf beiden Seiten.

Schüler/in wird man, indem man zunächst Zazen übt, Teishos und Dokusan mit einigen Lehrerinnen und Lehrern erlebt und so einen ersten Geschmack von Zen erhält. Wer dann ein Lehrer-Schüler-Verhältnis eingehen möchte, entscheidet sich für eine/n Meister/in oder Lehrer/in und bittet diese/n um Begleitung. Auf dem Benediktushof in Holzkirchen, wo unsere Zenlinie beheimatet ist, sind alle Übenden, auch Nicht-Schüler/-Schülerinnen, zum Zazen und Dokusan willkommen. 

 

Kurse

24.02.2012  Kyudo Japanisches Bogenschießen - Mit einer schönen, exakten Kunst den Frieden des Herzens gewinnen.... mehr

24.02.2012  Das Geläut der Stille - Wilber, Heidegger und die Spiritualität - In seinem Buch „Integrale Spiritualität“ hat der amerikanische Philosoph Ken Wilber die These vorgetragen, der menschliche Geist entwickle sich zu einem umfassenden, integralen Bewusstsein.... mehr

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25.02.2012  Feier des Lebens - mit Willigis Jäger... mehr

27.02.2012  Film: Wandlungen - Film-Kooperation zwischen dem Benediktushof und dem Kino Central in Würzburg... mehr

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